Bitcoin-Transaktionsgebühr

Bitcoin-Transaktionsgebühr

Bitcoin Transaktionsgebühr

Bitcoin Transaktionsgebühr - Wie hoch und wie berechnet?

Bei einer Bitcoin Zahlung muss eine Bitcoin Transaktionsgebühr vom Zahler bezahlt werden. In diesem Beitrag erklären wir, wie Bitcoin Transaktionsgebühren entstehen und wie sie berechnet werden. Wer erhält diese Gebühr und warum schwankt der Preis so stark?

Im Durchschnitt liegt die Bitcoin Transaktionsgebühr bei unter einem Euro. Im Dezember 2017 erreichte eine Bitcoin Transaktion eine Höhe von bis zu €40,-

Mit so einer so hohen Bitcoin-Transaktionsgebühr, wäre Bitcoin als schnelle, kostengünstige und weltweite Zahlmethode zum Scheitern verurteilt.

Seitdem hat sich die Gebühr wieder auf ein “normales” Niveau entwickelt. Doch wie entsteht eine Bitcoin Transaktionsgebühr? Wer muss die Gebühr bezahlen? Wie berechne ich die optimale Höhe und wird es in Zukunft wieder zu Preisexplosionen kommen?

Was ist eine Bitcoin Transaktionsgebühr?

Die Bitcoin-Transaktionsgebühren sind eine Aufwandsentschädigung an die Bitcoin-Miner, welche die Bitcoin-Transaktionen durchführen bzw. verifizieren.

Das Bestätigen von Bitcoin-Transaktionen ist ein sehr rechenintensiver Prozess, der von sogenannten „Bitcoin-Minern“ durchgeführt wird.

Die Gebühren sind eine Entschädigung für die Strom- und Hardwarekosten, die durch diesen Mining-Prozess entstehen.

Darüberhinaus erhalten Miner auch noch einen garantiert festen Bitcoinbetrag wenn sie beim Minen erfolgreich waren. Bis Mai 2020 sind das 12,5 BTC pro Block. Danach halbiert sich der Betrag auf 6,25 BTC pro Block.

Die Gebühren sollen auch ein Spammen des Bitcoin-Netzwerkes verhindern. Der Rechenaufwand für das Senden von Bitcoins ist sehr gering. Somit könnte mit wenig Rechenaufwand innerhalb kurzer Zeit Millionen von Transaktionen versendet werden.

Spammer könnten sehr einfach das Bitcoin-Netzwerk mit Transaktionen „fluten“ und dadurch erheblich stören. Durch eine (Mindest)Gebühr wird dies aber in der Praxis verhindert.

Kann ich auch ohne Gebühren eine Bitcoin Transaktion durchführen?

Die Zahlung einer Bitcoin-Transaktionsgebühr ist für jeden Zahler freiwillig. Wer möchte, kann seine Bitcoin-Bezahlung auch ohne diese Gebühr versenden. Man läuft nur Gefahr, dass die Ausführung sehr lange dauert oder vielleicht auch gar nicht durchgeführt wird.

Wie hoch ist optimale Bitcoin Transaktionsgebühr?

Wenn ein Zahlungspflichtiger eine Bitcoin Transaktion ausführt, muss er entscheiden, ob er bereit ist für diese Transaktion eine Gebühr zu bezahlen. Er kann auf die Zahlung einer Gebühr verzichten, läuft aber Gefahr, dass dann diese Transaktion sehr lange dauert. Bei der Bank gibt es die kostenlose Standardüberweisung und gegen eine Zusatzgebühr die Blitzüberweisung für eine schnelle Überweisung.

Vergleichbar verhält es sich bei der Bitcoin-Überweisung. Die Gebühr für die Bitcoin-Zahlung wird vom Zahler selber festgelegt. Manche Wallets geben da eine Empfehlung, aber die Entscheidung liegt bei dem Nutzer selber.

Je mehr man bereit ist zu Zahlen, desto schneller wird die Bitcoin-Zahlung von den Bitcoin-Minern verarbeitet.

Die Bitcoin-Miner stellen alle offenen Bitcoin-Transaktionen zu einem Block zusammen.

Ein Bitcoin-Block hatte mal die Größe von 1 MB und wurde durch die Einführung von SegWit auf 2 MB erhöht. Im Dezember 2019 lag die durchschnittliche Blockgröße bei unter 1 MB (https://blockchain.info/de/charts).

Zur Verarbeitung der Bitcoin-Zahlung wählen die Miner die entsprechend Transaktionen aus, für die am meisten Gebühren bezahlt werden.

Wer ermitteln möchte, für welche Gebühr seine Transaktion beim nächsten Block verarbeitet wird, der kann diesen Preis hier ermitteln:
https://bitcoinfees.earn.com/

Überweisungskosten nach Byte in Satoshi?

Die Höhe der Bitcoin-Transaktionsgebühr orientiert sich nicht an der Höhe des zu überweisenden Bitcoin-Betrages.

Die Gebühren orientieren sich an der Dateigröße und werden in Satoshi (kleinste Bitcoineinheit) gezahlt. Die Angabe der Transaktionsgebühr wird je nach Wallet in Satoshi oder Bitcoin dargestellt.

Der Preis richtet sich immer nach Byte (= 0,001 Kilobyte) 1 Satoshi = 0,00000001 BTC

Die schnellste und günstigste Bitcoin Transaktion war am 05. Dezember 2019: 14 Satoshi pro Byte (Sat/b) = 0,00000014 BTC pro Byte (BTC/b)

Für die mittlere Transaktionsgröße (Median) ist 223 Bytes somit ergibt sich eine optimale Gebühr von 3.568 Satoshi.

223 Byte x 14 Satoshi = 3.568 Satoshi (=0,00003568 BTC)

Bei einem Bitcoinkurs von €6.600,- sind 0,00003568 BTC = €0,24

bitcoin block
 Quelle: https://bitcointicker.co/networkstats/

Der Block 606754 (vom 05. Dezember 2019) hatte eine Größe von 1,44 MB und beinhaltete 2.135 Transaktionen.

Neben den 12,5 BTC hat der Miner noch 0,14 BTC an den Transaktionsgebühren verdient. An Transaktionsgebühren wurde im Durchschnitt 3 sat/vB bezahlt. Das waren etwa 5 Cent pro Transaktion.

Es ist ersichtlich, dass es erhebliche Schwankungen bei den Transaktionsgebühren gibt.

Wie viel Byte hat meine Bitcoin-Zahlung?

Um den Ablauf einer Bitcoin-Zahlung zu verdeutlichen, hat David A. Harding in seiner Beschreibung das Beispiel eines Cafe Besuches gewählt.
Die Kundin Alice bekommt für das Mittagessen vom Kellner Bob eine Rechnung über 10 BTC vom Restaurant vorgelegt. Zur besseren Veranschaulichung ist 1 BTC = 1 Euro. Alice bezahlt die Rechnung aus Ihrer Wallet mit einem 20 BTC Schein (Ihrem Wallet Guthaben).
Dadurch generiert sie zwei Output-Transaktionen. Einmal die 10 BTC an das Restaurant und weitere 10 BTC als Wechselgeld zurück in ihre eigene Wallet.

Quelle: Quelle: https://bitcointechtalk.com/saving-up-to-80-on-bitcoin-transaction-fees-by-batching-payments-4147ab7009fb

In dem Schaubild sehen wir die Bitcoin-Transaktion entsprechend der Verwendung farbig aufgeteilt.

In Weiß sind die Bestandteile der Transaktion, in Pink für Alice Zahlungen, in Grün das Wechselgeld von Alice und in Blau die Zahlung an das Restaurant.

Die einzelnen Bestandteile haben die folgende Größen:

  • Container (weiß): 10 bytes
  • Input (pink): 148 bytes
  • Wechselgeld (Output) zurück zu Alice (grün): 34 bytes
  • Zahlung (Output) an Restaurant (blau): 34 bytes

Gesamt: 226 bytes

Bitcoin-Transaktionsgebühr im Verhältnis zum Bitcoin-Kurs

Durch des Anstieg des Bitcoinkurses, wurde somit die Grundlage des Geschäftsmodells zerstört.

Somit hat der Anstieg des Bitcoinkurses auch für einen Anstieg der Bitcoin-Transaktionsgebühr gesorgt. Als der Bitcoinkurs noch bei €1.000,- lag, so waren die Kosten für die Bitcoin-Transaktion bei unter 50 Cent. Doch bei Kosten von fast €5,- ist Bitcoin als Bezahlmethode nicht mehr attraktiv.

Der folgende Chart von CoinMetrics zeigt den Kursverlauf von Bitcoin und der durchschnittlichen Bitcoin-Transaktionsgebühr.

 

Bitcoin Transaktionsgebühr

Quelle: https://coinmetrics.io/charts/#assets=btc_log=false_roll=1_right=averageFeeUsd_zoom=1496371709387.755,1517184000000

Wird die Bitcoin Transaktionsgebühr niedrig bleiben?

Die hohen Transaktionsgebühren in 2017 haben zahlreiche Bitcoin-Geschäftsmodelle unrentabel gemacht.

Zahlreiche Internet-Shops haben die Bezahlmethode Bitcoin wieder abgeschafft. Bitcoin-Only Projekte konnten nicht mehr rentabel betrieben werden und Bitcoin-Zahlungsanbieter und Bitcoin-Börsen haben Mindestbeträge für Bitcoin-Zahlungen festgelegt.

Die Attraktivität von Bitcoin als Bezahlmethode, wurde durch den Anstieg des Bitcoinwertes zerstört. Alternative Kryptowährungen haben versucht in diese Lücke zu stoßen und eine Alternative-Bezahlmethode für Bitcoin zu werden.

Damit Bitcoin weiterhin die führende Bezahlmethode bleibt, gibt es drei wesentliche Neuerungen:

  • Erhöhung der Blocksize auf 2MB
  • Zusammenlegung von Zahlungen
  • Einführung von Bitcoin Lightning

Erhöhung der Blocksize auf 2MB

Ende August 2017 wurde unter der Bezeichnung SegWit (Segregated Witness) ein Bitcoin-Update durchgeführt. Mit SegWit wurde unter anderem die Blocksize auf 2MB verdoppelt. Somit können jetzt doppelt so viele Transaktionen pro Block verarbeitet werden. Dies setzt aber voraus, dass die Transaktionen im neue SegWit-Format versendet werden. Somit kann dank SeWit die Transaktion um bis zu 50% gesenkt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die eigene Bitcoin-Wallet auch SegWit unterstützt.

Zusammenlegung von Zahlungen (Batch Payment)

Wir greifen das Beispiel der Restaurant-Rechnung wieder auf und nehmen an, dass Alice für den guten Service noch 1,5 BTC Trinkgeld bezahlen möchte.
Im realen Leben, würde Alice vom dem Wechselgeld von €10,- sich €8,50 nehmen und das Trinkgeld in Höhe von €1,50 auf dem Tisch liegen lassen.

In der Bitcoin-Welt führt Alice eine zweite Transaktion aus, um das Trinkgeld an den Kellner zu transferieren. Diese zweite Transaktion verursacht wiederum 226 bytes.

Zusammen hat Alice für diese beiden Transaktionen insgesamt 452 bytes beansprucht.

In der realen Welt, würde Alice die Transaktionen zusammenlegen und dem Kellner einen €20 Schein geben und ihm sagen, dass er €10,- Euro für das Restaurant und €1,50 als Trinkgeld behalten dürfte und sie möchte bitte €8,50 zurück bekommen.

Quelle: https://bitcointechtalk.com/saving-up-to-80-on-bitcoin-transaction-fees-by-batching-payments-4147ab7009fb

Durch die Zusammenlegung der beiden Transaktionen zu einer Batch-Transaktion ergeben sich folgende Dateigrößen:

  • Container (weiß): 10 bytes

    Input (pink): 148 bytes

  • Wechselgeld output (grün): 34 bytes

  • Bezahlung (Output) Restaurant (blau): 34 bytes

  • Trinkgeld (Output) an Charlie (gelb): 34 bytes

Gesamt: 260 bytes

Die beiden Transaktionen zusammen sind mit 260 bytes geringer als die beiden separaten Transaktionen mit zusammen 452 bytes.

Dieser Vorgang wird auch als Batch Payment oder Batch Verarbeitung bezeichnet.

Die Sammelauszahlung an mehrere Empfänger gleichzeitig, wird von Bitcoin Börsen oder Anbietern mit einer Vielzahl von Auszahlungen angewendet. Es werden keine Einzelauszahlungen mehr gemacht, sondern Sammelauszahlungen.

In der Blockchain sieht es dann wie folgt aus:

bitcoin adresse explorer

Quelle: https://blockchain.info/address/17A16QmavnUfCW11DAApiJxp7ARnxN5pGX

Bitcoin Lightning

Die Einführung von SegWit im August 2017 erlaubt auch sogenannte „Second Layer“ Anwendungen.

Eine solche Anwendung ist z.B. das Lightning Netzwerk. Mit Lightning können Bitcoin Transaktionen schneller und mit geringeren Gebühren gesendet werden. Beim Bitcoin Lightning finden die Transaktionen neben der Blockchain (Off-Chain) statt und werden erst beim Abschluss über die normale Blockchain abgeschlossen.

Ein Vorgang, der aus der Buchhaltung oder an der Kasse bekannt ist. Die ganzen Buchungen des Tages werden erfasst und am Ende wird ein Tagesabschluss gemacht und der Tagesumsatz zur Bank gebracht.

Die Einführung von Bitcoin Lightning wird zu einer erheblichen Reduzierung der Transaktionen auf der Blockchain führen und somit die Kosten dramatisch senken. Die Testsysteme laufen bereits sehr erfolgversprechend und die ersten Anwendungen wurden bereits entwickelt.

In Zukunft wird man für größere Beträge eine On-Chain Bitcoin Transaktion durchführen und Transaktionsgebühren von 1-2 Euro bezahlen.

Für die Masse der Zahlungen, wird man die fast kostenlose Lightning Variante einsetzen.

Ausblick

Alle die vorgestellten Maßnahmen werden dazu führen, dass die Transaktionsgebühren für Bitcoin Zahlungen dauerhaft niedrig bleiben. Somit lassen sich Geschäftsmodelle realisieren,  welche durch die hohen Transaktionsgebühren im Jahre 2017 nicht mehr wirtschaftlich waren.

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